Zahnärzte im Interview zum Thema "Zahnersatz"
Von einer Füllung ausgehend gibt es eine ganze Palette, wie der Zahnarzt seine Patienten in Sachen Zahnersatz versorgen kann. Ob Krone, Inlay, Onlay, Teilkrone, Veneer, Brücke, Implantat, Teil- oder Totalprothese, die Zahnmedizin wartet mit einigen Möglichkeiten auf, wie die Patienten wieder unbeschwert lachen, sprechen und natürlich essen können. Dabei ist der richtige Zahnersatz neben funktionaler Sicht auch unter ästhetischen Gesichtspunkten mehr als entscheidend. Wenn es also um Zahnersatz in all seien Facetten geht, scheuen Sie sich nicht bei einem weiteren Zahnarzt eine zweite Meinung einzuholen, da das Ergebnis absolut passend sein muss und das es dabei um Ihre Gesundheit geht, die jeder in den besten Händen sehen will. Lesen Sie näheres über Zahnersatz im Zahn-Online Zahnarzt-Interview.
- Zahnersatz ist meist zeit- und kostenintensiv. Wie ist das in Ihrer Zahnarztpraxis?
- Was ist bei der Pflege von Zahnersatz besonders zu beachten?
- Was zeichnet einen zeitgemäßen Zahnersatz aus?
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Alle Interviewfragen zum Thema "Zahnersatz" - (52 Antworten)
Zahnersatz ist meist zeit- und kostenintensiv. Wie ist das in Ihrer Zahnarztpraxis?
Guido Schwalm: Preisgünstigerer Zahnersatz ist häufig möglich , wenn der Patient z. Bsp. bereit ist , das der Zahnersatz in einem Auslandslabor gefertigt wird. Allen Unkenrufen und Kritiken deutscher Laborbesitzer und vor allen Zahnärzten mit Eigenlabor zum trotz , liefern ausgewählte Auslandslabore herrvorragenden Zahnersatz. Dieser ist häufig um Klassen besser , wie aus dem zahnärztlichen "Eigenlabor", da es in der Zahntechnik ähnlich wie in der Zahnmedizin zunehmend Spezialisierungen herauskristallisieren. So gibte es in der Zahntechnik Spezialisten für Kronen und Brücken, der Nächste Techniker ist auf Keramik-Verblendungen spezialsiert,auf Implantat- gestützen Zahnersatz,Totalprothesen und so weiter.Diese breite Spektrum kann von einem Praxis-Techniker heute nicht mehr in bester Qualität voll abgedeckt werden. Der zahnärztliche Teil der Arbeit wird in der deutschen Praxis erledigt. Weitere beachtliche Einsparmöglichkeiten bestehen bei der Wahl der Legierung : greift man hier z. Bsp. auf Edelstahl-legierungen zurück , statt Hochgold zu verwenden lassen sich häufig mehrere hundert € sparen. Bietet man darüber hinaus dem Patienten eine Teil-zahlungsmöglichkeit an , wird es meist erträglich für den Patienten. Auch die eigentliche Planung des Zahnersatzes spielt eine große Rolle . z.Bsp. müssen es nicht unbedingt immer 6 implantate , zur fixierung einer total - prothese sein , 4 reichen auch aus , unter Umständen auch 2. etc. p.p. Wer Wert legt - auf : " Made in Germany " findet unter regionalen zahntechnischen, gewerblichen Meisterlaboren eine breite Palette an qualifizierten Fachbetrieben, welche sich große Mühe geben - aber auch hier gibt es Unterschiede bei Preiß und Leistung. Generell sind deutsche Labore kosten-intensiver wie ausländische.Die liegt in der Natur der Sache, da speziell die Lohnkosten , aber auch die allgemeinen Produktions-kosten in Deutschland selbstredend höher sind , wie im Ausland. Regionale gewerbliche Meisterlabore bieten den unschätzbaren Vorteil, daß sie bei sehr individuellen Zahnersatz ( z.Bsp. eine Einzelkrone im Frontbereich ),oder sehr komplizierten Zahnersatz ( z.Bsp. umfangreicher implantat-gestützter Zahnersatz ),hilfreich für den Zahnarzt zur Seite stehen können in der Praxis.
Gerald Zähringer: So pauschal kann man das sicherlich nicht sagen. Das kommt immer auf den Einzelfall an. Ein kleines Problem kann häufig kurzfristig und mit wenig finanziellem Aufwand gelöst werden. Umfangreichere Neuversorgungen benötigen aber auch häufig mehrere Jahre, bis alles fertig ist. Und dass das dann häufig auch mit einigen Kosten verbunden ist sollte nachvollziebar sein können. Es muss aber nicht teuer sein. Eine sinnvolle, umfangreiche Neuversorgung für z.B. 20000 Euro kann eine günstige Lösung sein und das Angebot für 5000 Euro viel zu teuer, da nicht sinnvoll. Man kann aber natürlich auch mit nur ein paar Hundert Euro schon einen vernünftigen Zahnersatz anfertigen - kommt eben immer darauf an, was notwendig ist und was ich als Patient haben möchte. Luxuslimousine kaufen aber nur Kleinwagen bezahlen wollen wird normalerweise nicht funktionieren. Aber vielleicht reicht der "Kleinwagen" ja auch problemlos aus.
Dr. Bernd Estelmann: In unserer Praxis wird hochwertiger Zahnersatz eingegliedert. Es wird aber jederzeit auch kostengünstiger "einfacher" aber ausreichender Zahnersatz angeboten.
Was ist bei der Pflege von Zahnersatz besonders zu beachten?
Guido Schwalm: bei der reinigung von zahnersatz muß man zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz unterscheiden,festsitzender Zahnersatz ist grundsätzlich schwieriger zu reinigen, wie herausnehmbarer zahnersatz ,bei kronen , brücken und implantaten ist die entfernung möglichst aller winkel und nischen , an welchen zahnbelag ( plaque ) haftet, besonders wichtig, dies gelingt mehr oder weniger gut mit zahnseide , interdental-bürstchen , etc.p.p.., eine vollständige plaque-entfernung ist für den patienten häufig sehr schwierig - aus diesem grund sollte im prinzip jeder patient regelmäßig professionelle hilfe ( professionelle Zahnreinigung ) in anspruch nehmen. bei herausnehmbaren zahnersatz ist darauf zu achten , daß die plegemittel nicht zu aggresiv sind, da sie sonst den zahnersatz angreifen können, also eine weiche zahnbürste für die prothesenpflege verwenden, keine zahnpasta bei der prothesenpflege,besser ist ein tropfen spüli ( hinterher gut abspülen ), außerden darauf achten , daß der herausnehmbare zahnersatz nicht herunter fällt beim reinigen ( wasser ins waschbecken oder ein handtuch )
Dr. Herold, Dr. Meifels, Dr. Schuldt, Dr. Assadi, Dr. Francki: Festsitzender Zahnersatz sollte von allen Patienten mindestens genau so gut gepflegt werden wie natürliche Zähne.
Dr. Andreas Zorn: Die künstlichen Zähne brauchen ebenso gründliche Pflege wie die eigenen Zähne, denn auch auf dem Zahnersatz siedeln sich Bakterien und Speisereste an. Die dritten Zähne können zwar nicht wie die natürlichen Zähne erkranken, Reinigung und Pflege braucht es aber trotzdem. Eine Bedrohung für künstliche Zähne ist der Zahnbelag welcher sich zu Zahnstein verhärtet. Prothesenträger müssen mehr in die individuelle Mundhygiene investieren als Menschen mit natürlichen Zähnen.
Was zeichnet einen zeitgemäßen Zahnersatz aus?
Guido Schwalm: zeitgemäßer zahnersatz sollte möglichst biokompatibel ( verträglich für den körper ) sein ,und möglichst lange haltbar ( um neu-anfertigungen zu vermeiden ), die ästhetik des zahnersatzes spielt für die meisten patienten eine immer größere rolle, insgesamt sollte sich der patient mit seinem zahnersatz wohlfühlen und ihn als einen teil von sich selbst akzeptieren können, moderne zahnersatzmaterialien aus vollkeramik,wie auch die möglichkeiten der implantologie können diese wünsche weitestgehend befriedigen,
Dr. Herold, Dr. Meifels, Dr. Schuldt, Dr. Assadi, Dr. Francki: Alle aktuell möglichen, technischen Varianten genutzt zu haben um für jeden einzelnen Patienten das Optimum erreichen zu können.
Dr. Andreas Zorn: Wenn dem Patient dies finanziell möglich ist Implantate mit festsitzendem Zahnersatz ersetzen die eigenen Zähne am besten. Matallfrei und metallfreier Zahnersazt dann ist die Versorgung auch für Extremallergiker geeignet.
Zahnersatz
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Zahnersatz Lückengebisse
Oh Gott, künstliche Zähne, muss das sein? Fest-, Teil-, Voll-? Die kleine Lücke stört doch gar nicht. Was gibt´s denn für Alternativen?
Zahn raus - aus die Maus!?!
Die Aufgabe der zahnärztlichen Prothetik ist der Ersatz verlorengegangener Naturzähne oder fehlender Kieferknochensubstanz durch künstliche Alternativen. Diese Prothesen sollen vor allem Beeinträchtigungen der Kiefergelenksfunktionen, so genannte Myoarthropathien, verhindern, die durch das Kippen, Wandern oder Längenwachstum von Zähnen, denen plötzlich der Nachbar oder das Gegenüber fehlt, hervorgerufen werden. Ziele der prothetischen Zahnheilkunde sind neben der Verhinderung dieser Folgen, die Vermeidung von Karies, Parodontitiden und weiteren Schädigungen sowie die Wiederherstellung und gegebenenfalls die Verbesserung der Kau- und Sprechfunktion, der Gesichtsästhetik und schließlich der Ausgleich von Knochen- und Gewebeschwächen im Mund und Gesichtsbereich. Wie alle zahnmedizinischen Therapien kann auch eine prothetische Versorgung nur nach einer gründlichen Vorbehandlung des zu erhaltenden Zahnapparates und bei guter Mundhygiene langfristig erfolgreich sein. Je nach der Position der verlorengegangenen Zähne stellen die Lücken unterschiedliche Anforderungen an den Ersatz.
Um diese Anforderungen von vornherein ins Kalkül ziehen zu können, orientieren sich die behandelnden Zahnärzte an Klassifikationsschemata, die für die Befunderhebung, die Planung und die Behandlung notwendige Ansatzpunkte bieten. Das einfache Klassifikationss chema von Kennedy beruht auf vier Klassen, die wiederum bei den beiden grundsätzlichen Zahnlückenformen ansetzen, der so genannten Freiendlücke, einseitig oder an beiden "Enden" eines Kiefers, dies sind die Klassen I und II oder der "Schaltlücke", die als "seitliche" zwischen den Seiten- oder Backenzähnen (Klasse III) oder frontal im Bereich der Vorderzähne klafft (Klasse IV).
Die unterschiedlichen Darstellungen der Zahnlücken haben entsprechend unterschiedliche Einflüsse auf die Okklusion, so wird der Zusammenschluss oder das Aufeinandertreffen der Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers bezeichnet und die Artikulation der Patienten. Bei einer guten Okklusion treffen möglichst viele Zähne etwa gleichstark aufeinander. Ein solches Gleichgewicht strebt auch die prothetische Zahnheilkunde an. Die Artikulation meint in diesem Fall nicht die Sprechfähigkeit des Menschen, sondern das Bewegungsverhalten seiner Zahnreihen zu- und aufeinander. Im Gegensatz zu der Bewegungsfreiheit des Unterkiefers bei geöffnetem Mund wird bei der Artikulation festgestellt, wie die Zahnreihen sowohl seitlich wie vor- und rückwärts übereinander gleiten, wenn sie geschlossen, aber nicht zusammengepresst werden.
Form und Zustand der zu versorgenden Lücke sowie die Information über Schließ- und Gleitverhalten der Zahnreihen, aber auch die Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer werden erfasst und bilden die Grundlage für Modelle und weitere Unterlagen, die dem ausführenden zahntechnischen Labor(atorium) zur Verfügung gestellt werden und diesem als Arbeitsgrundlage dienen.
Welche Unterlagen zu welchen Zwecken dienen und wie sie erstellt werden, wird im nächsten Teil dieses Workshops unter dem Titel "Präparationstechniken" vorgestellt.
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