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Lückenversorgung durch Provisorium VOR Setzen eines Implanta

Hallo,

ich habe seit zwei Jahren unklare Zahnschmerzen, die immer wieder sehr stark sind, sechs Zähne wurden damals innerhalb kürzester Zeit wurzelbehandelt. Zwei dieser Zähne wurden dann durch einen Endontologen behandelt, der eine als Revision, der andere als Fortsetzung der Wurzelbehandlung. Der erste Zahn (vorletzter Backenzahn link oben) wurde dann aufgrund nicht abklingender Schmerzen wurzelgefüllt und einer WSR unterzogen, zwei weitere Wochen später dann extrahiert. Der zweite Zahn (kleiner Backenzahn, unten re), dessen Wb fortgesetzt werden sollte, hat nun die gleichen Symptome, ich befürchte auch hier entweder WSR und dann ziehen, oder gleich raus.

Da ich an Fibromyalgie leide, ist nicht ganz klar, welchen Ursprungs die Zahnschmerzen sind. Die Röntgenbilder sind in Bezug auf Entzündungen unauffällig, aber die Wurzelbehandlungen wurden nicht ganz perfekt gemacht, deshalb auch die Wiederholung.Alles sieht unterm OP-Mikroskop gut aus, auch bei der WSR wurde nichts Auffälliges gefunden, beim Ziehen Kontrolle ob Wurzelriß - nichts. Abgesehen von den langen Behandlungen und der Ungewißheit, woran es eigentlich liegt, bereitet mir der Gedanke an Lücken ziemlich schlaflose Nächte.

Ich möchte mir gerne ein Implantat setzen lassen, im OK ist nach der WSR jedoch eine Wartezeit von sechs Monaten empfehlenswert, sagt der Oralchirurg. Dort stört mich die Lücke nicht so, nachts trage ich eine Schiene, damit sich möglichst wenig verschiebt. Sollte nun aber auch der kleine Backenzahn gezogen werden müssen, dann habe ich ein richtiges Problem, denn diese Lücke ist sichtbar (und ich habe jetzt schon Probleme zu kauen).

Ein Sofortimplantat möchte ich nicht, weil mir das Risiko des Implantatverlusts zu groß ist. Brücke scheidet aus, weil damit völlig gesunde Nachbarzähne ohne Karies oder Füllungen beschliffen werden müßten. Und bei sechs wurzelbehandelten Zähnen (wovon ja nun einer schon fehlt und ggf. noch einer gezogen wird) möchte ich kein weiteres Risiko eingehen. Ich bin übrigens 31, keine Paradontose, gesundes Zahnfleisch, keine Fehlstellungen, Nichtraucher.


Gibt es eine Möglichkeit, den kleinen Backenzahn im UK durch eine Art Provisorium (keine Brücke) zu ersetzen, solange das Implantat noch nicht gesetzt worden ist? Ich kann mir nicht vorstellen, ein ganzes Jahr (Wartezeit plus Einheilphase bis Krone drauf ist) mit einer Lücke herumzulaufen, sowohl aus ästhetischen als auch aus Gründen die Kaufunktion betreffend.

Vielen Dank im Voraus,

Elise

Schrieb Elise am 2010-01-31 16:57:17

Kommentar

Hallo Elise,
ich hatte vor vielen Jahren mal das gleiche Problem im Unterkiefer. Ich habe damals ein Provisorium bekommen, bestehend aus einem Zahn und zwei Klammern. Das habe ich einige Monate getragen bevor die endgültige Versorgung gemacht worden ist. Allerdings muß ich dir sagen, optimal ist so ein Provi nicht, obwohl die Klammern nicht sichtbar waren. Da schiebt sich immer Essen drunter und ich war dauernd am ausspülen. Ich war froh, als ich das Teil endlich los hatte und habe es mit großem Genuss weggeworfen.

LG
Siri

Kommentar

Vielen Dank für die schnelle Antwort!


Ich kann mir vorstellen, daß so ein aufgeklammerter Zahn nicht so praktisch ist beim Essen, weil ständig etwas drunterrutscht. Um das Gleich-danach-rausnehmen-und-putzen kommt man dann ja eine Weile nicht herum, ist aber besser als Lücke. Und das Putzen hat ja auch etwas Gutes für die restlichen Zähne...

Ich bin bei meiner Krankengeschichte ohnehin gerade etwas paranoid, ich habe ja auch die "normalen" Schmerzen durch die Fibromyalgie und auch die durch die nicht so gelungenen Wurzelbehandlungen. Und momentan bin ich einfach ziemlich erschöpft durch die ständigen Revisionsbehandlungen, die ja dann doch in WSR und dann in Extraktion mündeten.

Weißt Du noch, was Dein Provisorium damals gekostet hat? Was das ein Backenzahn oder ein Frontzahn?

Viele Grüße,

Elise

Kommentar

Hallo Elise,
bei mir war es ein Frontzahn im Unterkiefer. Über die Kosten kann ich dir nichts sagen, denn die hat meine Krankenkasse übernommen. Aber wie ich schon geschrieben habe, ist das schon sehr sehr viele Jahre her und damals waren die Zuschüsse bzw. Kostenübernahme der Krankenkassen noch viel höher als heute. Ob das heute noch Gültigkeit hat weiß ich nicht.

LG
Siri

Kommentar

Hallo Elise,
nach dem was du hier schreibst, scheinst du deine Zähne sehr gut zu Pflegen.
Meinen Glückwunsch.
Nun zum Provisorium: Hier würde ich eine Flügelbrücke machen lassen, da es
wohl noch eine Zeit dauern wird, bis das Implantat gesetzt wird. Es ist also
eine Brücke, wobei die Ankerzähne nicht beschliffen werden müssen. Man kann sie
jederzeit herunternehmen (der Zahnarzt) und die Wunde beobachten. Sie wird aus
Zahnfarbenen Kunstoff hergestellt, und das Untergerüst ist aus Metall. NEM ist hier
angesagt.( NEM=Nichtedelmetall ) Auch nach dem Setzten des Implantat kann man
diese Brücke weiter benutzen. Sie muß dann nur hohl geschliffen werden, damit das
Implantat nicht belastet wird.
Ich halte das für die beste Lösung, und ich finde, eine Kunstoffprothese kann keine
Alternative sein. Die Kosten sind natürlich etwas höher, aber das sollte im Rahmen
sein, wenn man sich für ein Implantat entscheidet. Bei einem Provisorium welches
herausnehmbar ist, ist natürlich auch die Nachsorge viel aufwendiger.
Wenn du magst, sprich einfach einmal mit deinem Zahnarzt.
Alles Gute
Jakob

Kommentar

Bei einem Provisorium welches
herausnehmbar ist, ist natürlich auch die Nachsorge viel aufwendiger.
inwiefern ist denn die Nachsorge bei einer Kunststoffprothese für einen Prämolaren aufwendiger, Kollege? ;)

Kommentar

Hallo Ellipirelli:
Hier wurde von einer Behandlungszeit von über einem Jahr
geschrieben.
Da muß schon ein heraunehmbarer Ersatz wahrscheinlich
öfter zu Unterfüttern sein. Das braucht man natürlich bei
einer Brücke nicht. Sie wird auch nicht schaukeln, und der
Tragekomfort spricht auch für sich.
Die Bruchgefahr ist auch höher.
Ich hoffe, ich habe deine Frage zufriedenstellend beantwortet-
Kollegin ;)
Alles Gute
Jakob :)

Kommentar

Wenn man's so sieht...
Was aber ist denn, wenn sich unter der Klebebrücke der Sattel verändert? Wie wird dem denn dann Sorge getragen? Runternehmen, Nachbrennen?
Mal im Ernst, ein Prov. für ein Zahn schaukelt seltenst und wird als Interimsversorgung auch seltenst unterfüttert.
Es dient rein kosmetischen Zwecken.
Über den Tragekomfort müssen wir nicht reden. Aber es liegen ja auch einige Hundert Euro dazwischen. ;)

Kommentar

Ellipirelli:
Danke für deine Antwort. Was sind bei dieser Versorgung schon
ein paar hundert Euro, wenn der Komfort wesendlich höher ist.
Man kann auch mit dem Zahnarzt verhandeln. Da lassen alle mit
sich reden.
Du denkst, daß sich der Sattel verändern kann. Ok, deshalb habe
ich von einer Kunstoffverblendung geschrieben. Keramik würde ich
deshalb auch ablehnen. Das BG müsste ja spätestens beschliffen werden,
wenn das Implantat gesetzt wurde. Ich bin auch nicht der Meinung, dass
es sich nur um kosmetische Zwecken zu dienen hat. Jeder weiß doch, daß
bei einer Lücke über einen längeren Zeitpunkt, die Zähne wandern können.
Somit hält das PV die Zähne in dem jetzigen Zustand. Es hat also auch, und
vor Allem, medizinische Gründe. Warum sollte es bei diesem Status nicht
das Beste gut genug sein???
Also, wir reden hier von mindestens ein Jahr. Da kann viel passieren.
Dir noch einen schönen Tag
Jakob

Kommentar

Jakob, sicher hast Du in allem Recht!
Sicher ist das Beste immer erstrebenswert und so sollte es auch sein.
Aus 20 Jahren eigener Praxis weiß ich aber, dass sich unsere Wünsche, die fachlich machbaren und finanziell möglichen Möglichkeiten der Patienten nicht immer decken.

Viele Grüße
Elke

Kommentar

Hallo Elke,
auch ich habe die Erfahrung gemacht, für die Patienten
zu denken, ohne ihre finanzielle Lage einzuschätzen.
Den Fehler mache ich nicht mehr.
Glauben heisst eben - nicht zu wissen.
Ist das der Grund, warum sich viele Kollegen nicht trauen,
eine "bessere" Behandlung vorzuschlagen??
Die Entscheidung sollte beim Patienten liegen, nachdem
er über Vor - und Nachteile informiert wurde. Er kann das
am besten beurteilen.
Ich weiß natürlich auch, daß in vielen Fällen mehr Geld für
ein Auto, als für die Gesundheit investiert wird. Aber nicht
bei Allen.
Liebe Grüße auch von mir
Jakob

Kommentar

Hallo Elise,

möglicherweise könnte sich hinter Deiner Fibromyalgie und Deinen Zahnschmerzen eine Krankheit befinden, die heute als CMD zusammengefasst wird. Ich habe selber CMD und dachte auch kurzzeitig, ich hätte eine Fibromyalgie, bis ich dann die richtige Diagnose erhielt. Mit Betroffenen kannst Du Dich im Forum unter http://cmd-userforum.de/index.php sehr gut austauschen.

Viele Grüße und gute Besserung,

Zahn

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