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Angst vorm Zahnarzt- Psychologie

Zum Psychoklempner? Ich doch nicht, dann lieber zum Zahnarzt! Oder vielleicht doch lieber nicht? Oder

Angst zu haben ist die eine Sache. Mit ihr umzugehen eine ganz andere. Ängste zu verarbeiten und sie zu überwinden ist ein wichtiger psychologischer Entwicklungsprozess. Ängste zu verdrängen und vor ihnen zu fliehen ist dagegen ein echtes Problem - denn verdrängte Gefühle essen Seele auf! Oft fehlt psychologischen Laien der richtige Zugang zu ihren Ängsten und Sorgen oder sie suchen die Gründe an den falschen Stellen. Dabei gilt jedoch auch für Zahnarztängstliche:

Psychologische Betreuung ist besser als Beruhigungsmittel!

Denn psychologische Betreuung und Entspannungsübungen können die Angst vor einer zahnärztlichen Behandlung sehr viel besser lösen als jedes Beruhigungsmittel. Psychologisch betreute Patienten zeigen selbst nach zwei Monaten noch ein niedriges Maß an Angst vor dem Zahnarzt. Bei medikamentös behandelten Vergleichspatienten dagegen setzt die Angst dagegen nach Absetzen der Medikamente meist unvermindert wieder ein. Empfohlen wird eine psychologische Kurzbehandlung, die Entspannungsübungen und verhaltenstherapeutische Methoden zum Angstabbau beinhalten sollte. Interventionen, die sich allein auf die Zahnarzt- oder Dentalphobie konzentrieren, sind häufig unzureichend. Eine wirksame Angst-Behandlung sollte das phobische Denken des Betroffenen insgesamt therapieren, um langfristig erfolgreich zu sein. Dies allerdings sollte im Rahmen einer psychotherapeutischen Vorbehandlung geschehen.
"Wer wissen will, ob es sich bei den eigenen flauen Gefühlen gegenüber dem Zahnarzt schon um eine Phobie handelt oder eher noch um ein normales Ausmaß an Nervosität, kann den folgenden "Test auf Zahnbehandlungsangst" machen." Test auf Zahnbehandlungsangst

Kognitive Verhaltenstherapie

Dabei gilt die kognitive Verhaltenstherapie als effektivste psychotherapeutische Methode. Sie deckt die "Denkfehler" auf, denen viele Angst-Patienten in Bezug auf ihre Ängste unterliegen und macht unbewusste oder uneingestandene Gedanken transparent. Nach dem Motto "Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung" sollen die Patienten in die Lage versetzt werden, ihr Denken bewusst zu steuern, um Angstsituationen gelassen zu meistern. In Fällen von extremer Zahnarztangst rät beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie (DGZP) in München-Grünwald zu einer Behandlung unter Vollnarkose, da zum einen der Zahnarzt während einer Vollnarkose viel mehr ausrichten könne und die Patienten eine gute Chance hätten, ihre Phobie zu überwinden. Eine Behandlung unter Vollnarkose sei eigentlich eine Konfrontationstherapie: Sei der Patient nach der Behandlung mit dem Ergebnis zufrieden, ohne "Höllenqualen" durchlitten zu haben, könne er den Phobie-Auslöser anschließend "verharmlosen" und so überwinden oder zumindest in eine "normale Zahnarztangst" verwandeln.
Dem widersprechen zahlreiche Angstexperten mit dem Hinweis auf das von einer Narkose ausgehende unnötige Risiko und damit, dass eine Vollnarkose sehr teuer sei und mit Blick auf die Angst-Bewältigung kaum einen Gewinn bringe. Es müsse strikt getrennt werden zwischen einer medizinisch indizierten Narkose bei akuter Gesundheitsgefahr und einer Narkose bei Phobikern, die damit ihrer Angst ausweichen, obwohl sie sich einer psychotherapeutischen Vorbehandlung unterziehen könnten.
Aus lernpsychologischer Sicht, so die Narkose-Gegner, sei die Narkose beim Zahnarzt als "Konfrontationstherapie" untauglich, da sie die eigene Bewältigung der gemiedenen Situation eben nicht bewusst erleben lässt, was aber zur erfolgreichen Überwindung von Ängsten bei der Konfrontationstherapie besonders wichtig sei, weil es psychotherapeutisch in wenigen Sitzungen zu erreichen sei und zu einem nachhaltigen Angstabbau führe.

Die Konfrontationstherapie

Bei der Konfrontationstherapie - wird wie der Name - sagt eine Situation fingiert, in der Patient Furcht empfindet und die er gewöhnlich vermeiden würde. Der behandelnde Therapeut versucht durch eine Art Katharsis-Effekt dem Patienten eine korrigierende Erfahrung zu vermitteln, die ihm zeigt, dass das Angsterleben nicht zu einer Katastrophe führen muss. Dadurch wird ein Umgewöhnungsprozess ausgelöst, in dessen Verlauf der Körper lernt, in ungefährlichen Situationen nicht mit Angst zu reagieren.
Vor dem Beginn der eigentlichen Therapie klärt ein Erstgespräch die persönliche Problemlage, die diagnostische Einschätzung und organisatorische Fragen ab. Im Rahmen der Diagnose wird die Angststörung detailliert untersucht. Es wird erörtert, warum der Körper in Angstsituationen auf eine bestimmte und meist nur auf diese Weise reagieren kann und weshalb es notwendig ist, der Angst die Stirn zu bieten. Abschließend wird ein individuell zugeschnittener Behandlungsplan erarbeitet.
In einer etwa zweiwöchigen Intensivtherapie wird der Patient in praktischen Übungen auf die angstauslösenden Situationen vorbereitet.
Die anschließende Konfrontation, den Kulminationspunkt dieser Therapie, muss der Patient nicht alleine durchstehen. Der Therapeut begleitet ihn zum Zahnarzt. Dieser wird zuvor informiert und wird sich entsprechend viel Zeit nehmen. Auf diese Weise kann der Patient die Harmlosigkeit der Situation begreifen und lernen, dass er sich nicht zu fürchten braucht und sie nicht meiden muss. Es existieren Untersuchungen, die belegen, dass etwa vier von fünf auf diese Weise behandelten Personen ihre Zahnarztangst dauerhaft überwunden haben. Die Kosten für diese Therapie werden in aller Regel auch von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Was die Patienten selbst tun können, um ihrer Angst den Zahn zu ziehen, zeigt der Workshop im nächsten Teil.
V.i.S.d.P.: M.I.O.D. KG

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