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Zahnmedizinischer Vorsorgepasses SchwangereKind in Hamburg


Veröffentlicht am 23.05.2007 von Zahnimaster - mal 642 gelesen


Zahnmedizinischer Vorsorgepasses SchwangereKind in Hamburg vom 23.05.2007
Synergien bei der Bekämpfung von Frühgeburtsrisiko
„Der neue Vorsorgepass – SchwangereKind – wird als Verstärker der zahn-medizinischen Prävention dienen“, erklärte Dr. Thomas Einfeldt, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Hamburg bei der Vorstellung des Passes am Mittwoch in Hamburg. Der Pass soll schwangere Frauen dazu ermutigen, ihre eigenen Zähne nach Anleitung durch einen Zahnarzt auch im Interesse des ungeborenen Kindes noch besser zu Pflegen und damit Risiken einer Frühgeburt zu minimieren. Der Pass ist kostenlos bei Hamburger Frauenärzten, Hebammen und Zahnärzten erhältlich.

Der Pass listet verschiedene Vorsorgetermine für die werdende Mutter und das Kind bis zum Alter von 6 Jahren auf. Daneben gibt es Empfehlungen für die Fluoridversorgung der Zähne.

Herausgeber des Passes sind die Zahnärztekammer Hamburg und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hamburg. Der Pass wird ideell durch den Berufsverband der Frauenärzte e. V., Landesverband Hamburg, und den Hebammen Verband Hamburg e. V. unterstützt. An den Druckkosten hat sich die Firma ORAL-B beteiligt.

„Wir haben in der Kariesprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen in Hamburg sehr viel erreicht“, erklärte Dr. Einfeldt. 1988 hatten 12-jährige Hamburger durchschnittlich 3,1 defekte Stellen an den bleibenden Zähnen – im Jahre 2004 waren es nur noch 0,9. Komplett kariesfreie Zähne hatten 1988 31,1 Prozent der 12-jährigen Hamburger – im Jahre 2004 waren es sogar 61 Prozent.

Dr. Einfeldt: „Ich halte es allerdings für bedenklich, dass wir trotz dieser überzeugenden medizinischen Verbesserungen immer mehr stark geschädigte Kinder in Vollnarkose behandeln müssen.“ Das sei für die Kinder ein wesentlicher Eingriff, dazu noch mit einem Narkoserisiko, das vermieden werden könne. Die Hamburger Zahnärzte hoffen darauf, mithilfe des Passes noch früher Kontakt zu den werdenden und jungen Eltern über die Hebammen und Frauenärzte herzustellen. „Die Eltern nehmen eine Schlüsselstellung in der täglichen Mundhygiene und bei der richtigen – also das Kariesrisiko senkenden - Ernährung von Kleinkindern sowie der rechtzeitigen zahnärztlichen Untersuchung ein.“

Dazu wurden Hamburger Hebammen und Gynäkologen zunächst über die Schwierigkeiten der Zahnärzte informiert, wenn sie an Karies erkrankte Kleinkinder behandeln. „Viele Eltern zeigen sich aufgeschlossen und verhalten sich richtig, wenn es um gesunde Zähne geht“, erklärt Dr. Einfeldt weiter. Doch leider würde ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz der Eltern nur dann in die Zahnarztpraxis kommen, wenn das Kind Schmerzen hat. Eine Empfehlung durch Gynäkologen und Hebammen und der Vorsorgepass sollen mehr Eltern mit ihren kleinen oder noch ungeborenen Kindern zum Zahnarzt führen. Dr. Einfeldt: „So wollen wir mehr werdende Mütter über die Wichtigkeit früher kariesprophylaktischer Maßnahmen zu Hause sowie der Kariesfrüherkennung bei Kleinkindern und der Kariesfrühbehandlung (Remineralisation) in der Zahnarztpraxis informieren.“

Nach den Ausführungen von Dr. Einfeldt berichteten Gynäkologen und Hebammen im Gegenzug von der Hoffnung, dass eine situationsgerechte Behandlung und Aufklärung von werdenden Müttern mit Gingivitis, Parodontitis und anderen entzündlichen Zahnerkrankungen zu einem Rückgang der kostenintensiven und seelisch für alle Beteiligten belastenden Intensivmedizin für Frühgeborene führen könne. Dr. Einfeldt: „Statistisch und theoretisch ist der Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen der Mütter und dem Auftreten von Frühgeburten undoder niedrigen Geburtsgewicht erwiesen, auch wenn die Forschung hier noch nicht alle biochemischen und physiologischen Details beim Menschen geklärt hat, da Menschenversuche natürlich nicht stattfinden können.“ Die Zahnärzte und ihre Teams können Schwangere untersuchen und ggf. Gingivitis, Parodontitis und andere entzündliche Erkrankungen situationsgerecht behandeln. Die Zahnärztekammer Hamburg hat den Hamburger Zahnärzten dazu aktuelle Tipps und Hinweise zur Verfügung gestellt.



Pressestelle der Hamburger Zahnärzte
http:www.zahnaerzte-hh.de


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