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Seit 1990 im Dienst für Kindergesundheit: Kroko feiert 20. Geburtstag


Veröffentlicht am 09.07.2010 von Zahnimaster - mal 174 gelesen






Seit 1990 im Dienst für Kindergesundheit: Kroko feiert 20. Geburtstag
vom 09.07.2010
Vor fast auf den Tag genau 20 Jahren ist das Kroko zu seiner besonderen Art
‚Leben’ erwacht und feierte am 8. Juli 2010 seinen 20. Geburtstag mit Torte und
einem Geburtstagsständchen einer Vorschulkindergruppe aus Berlin-Lichtenberg.
Die Identifikationsfigur für Kinderzahngesundheit hatte gleich mehrere
‚Geburtshelfer’: Die Landesverbände der Krankenkassen, die Zahnärztekammer
Berlin sowie das Land Berlin legten am 11. Juli 1990 den Grundstein für die
Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen
(Gruppenprophylaxe) e.V. und erfüllten so den gesetzlichen Auftrag nach § 21 SGB
V. Demnach sollen Krankenkassen, Zahnärzte und Gebietskörperschaften Maßnahmen
entwickeln und durchführen ‚zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen
vorrangig in Gruppen insbesondere in Kindergärten und Schulen für Versicherte
bis zum 12. bzw. 16. Lebensjahr’.
Mit der LAG begann auch das Kroko seine Arbeit in Berlin. Als Kinder befragt
wurden, welches Tier für sie am meisten ‚starke und gesunde Zähne’
repräsentiert, entschieden sich fast alle für das Krokodil. Es hat zudem eine
weitere überzeugende Beziehung zur Mundgesundheit: Der ‚Krokodilwächter’ (ein
Vogel aus der Großfamilie der Schwalben) hüpft im Maul des Krokodils über dessen
Zähne und pickt Essensreste auf.
Insbesondere für die jüngeren Kinder ist das Kroko, das als Handpuppe bei den
LAG-Maßnahmen immer dabei ist, ein lebendiger Freund und Kumpel, mit dem sie
reden und gemeinsam lernen, wie man seine Zähne richtig reinigt und worauf man
besonders achten muss. Es ist fester Bestandteil des Mundgesundheitsunterrichts.
Neben der Großfigur, die vor allem bei Veranstaltungen wie dem Weltkindertag,
dem Kinderfest 23 Nisan, dem Tag der Offenen Tür im Bundesgesundheitsministerium
und anderen Veranstaltungen das LAG-Team begleitet, gibt es noch jeweils eine
kleine Kroko-Handpuppe für die 76 Gruppenprophylaxespezialistinnen der LAG, die
zu den Terminen mitgenommen werden. Diese vielen Hand-Krokos werden auch
gebraucht, denn pro Jahr erreicht das LAG-Team so gut wie flächendeckend über
100.000 Kindergartenkinder, über 160.000 Grundschulkinder, rund 13.000
Sonderschüler und Kinder mit Behinderungen und rund 45.000 Kinder und
Jugendliche in weiterführenden Schulen – insgesamt also im Jahr über 300.000
Kinder im Land Berlin. Von diesen Kindern werden pro Schuljahr ca. 205.000
mundgesundheitlich untersucht, und 175.000 erhalten spezielle Fluoridanwendungen
zum Schutz für die Zähne. „Die Impulse, also die Anzahl der Besuche pro
Einrichtung, planen wir anhand des Bedarfs, der sich aus den Untersuchungsdaten
der bezirklichen Zahnärztlichen Dienste – diese machen u.a. die wichtigen
Vorsorgeuntersuchungen - sowie aus den Berliner Sozialstrukturatlas ablesen
lässt“, so LAG-Geschäftsführer Rainer Grahlen.
Fast alle dieser 300.000 Kinder werden von Kroko und seinen
Mundgesundheitsexpertinnen in den Folgejahren erneut erreicht, wenn sie eine
Gruppe oder Klasse weitergekommen sind – so ist gesichert, dass sie nachhaltig
und jeweils altersgerecht über die wichtigsten Entwicklungsphasen hinweg die
richtigen Schritte zur Mundgesundheit trainieren.
Der engagierte Einsatz der LAG zeigt erfreuliche Wirkung: Seit 1994 hat sich die
Zahl der kariesfreien Kinder- und Jugendlichen-Gebisse mehr als verdoppelt. Die
Zahl naturgesunder Zahnreihen ist erfreulich gestiegen. Allerdings gibt es auch
eine unerfreuliche Entwicklung: „Leider“, so Grahlen, „wird unsere Freude
darüber getrübt durch wieder steigende Zahlen
kranker und zum Teil sogar zerstörter Milchzähne im Kleinkindalter. Von den
Kita-Kindern war im Jahr 20082009 jedes Sechste behandlungsbedürftig.“ Diese
Entwicklung weist vor allem auf nachlassende Aufmerksamkeit und nicht
ausreichendes Wissen der Eltern für die Zahngesundheit ihrer Kinder hin, in
vielen eher bildungsfernen Familien ist das Wissen um die Notwendigkeit der
Pflege von Milchzähnen gar nicht vorhanden. Kroko berichtet aus seiner
Erfahrung: „Viele Kinder wissen besser über Mundpflege Bescheid als ihre Eltern
– ich erlebe öfter, dass Mütter und Väter meinen, Milchzähne würden ja ohnehin
ausfallen. Da ist es um so wichtiger, dass wir von der LAG den Kindern direkt
beibringen, dass sie auf ihre Zähne und deren Gesundheit achten müssen. Die
Themen gehen dabei über das richtige Zähneputzen weit hinaus. Wir bringen den
Kindern und Jugendlichen alles bei, was sie für ein mundgesundes Leben benötigen
– und das altersgerecht. So spielen wir im Kindergarten mit den Kleinen
Rollenspiele, zum Beispiel, wie sich ein schmutziger und ein dann sauber
geputzter Zahn fühlen. Die ‚coolen Typen’ in den weiterführenden Schulen testen
mit uns die Zahnseide und lernen, wie wichtig ein strahlender und frischer Mund
ist, um beim anderen Geschlecht gut anzukommen.“
„Das, was unser Kroko und unsere Teams leisten, ist deshalb mehr als nur
Mundgesundheitstraining“, sagte LAG-Geschäftsführer Rainer Grahlen: „Mehr denn
je ist unser Ziel, die Kinder auf ein eigenverantwortliches Handeln für ihre
Gesundheit vorzubereiten. Wenn die Mittel für die Behebung von Zahn- und
Mundgesundheitsschäden immer weiter reduziert werden, wird die Aufgabe, sich
selbst gesund zu erhalten, immer wichtiger. Mit Druck lernen die Kinder aber
nicht und sind auch nicht motiviert, das Gelernte auch selbst umzusetzen,
sondern über Vorbilder und Zuwendung, ganz besonders zusammen mit den vielen
Freunden in der Gruppe in Kindergarten und Schule. Hier werden auch sozial
benachteiligte Kinder auf Augenhöhe mit einbezogen. Die zahnmedizinische
Gruppenprophylaxe ist daher ein ganz wesentlicher Baustein für die
Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen. Das Kroko und wir werden jedenfalls
in den nächsten Jahren nicht weniger zu tun haben.“
Immer wichtiger werde es, die Eltern der Kinder mit einzubeziehen. Grahlen:
„Gerade die Zähne der kleinen Kinder brauchen die Hilfe der Eltern. Deshalb sind
wir mit Kroko, Zahnärzteninnen und Prophylaxe-Spezialistinnen jetzt auch öfter
nachmittags in den Kindergärten. Dort ‚erwischen’ wir nämlich die Erwachsenen,
wenn sie ihre Kinder abholen. Die Kinder sind total stolz, wenn sie ihren guten
Freund Kroko den Eltern vorstellen können. Da können kein Vater und keine Mutter
widerstehen. Und schon ist die Situation bereitet, wo ein Gespräch über
Mundgesundheit in lockerer Atmosphäre stattfinden kann.“




Presseinformation der LAG Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von
Zahnerkrankungen



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