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DGI: Minimalinvasiv vorgehen zur Minderung von Narben im Weichgewebe


Veröffentlicht am 05.07.2010 von Zahnimaster - mal 138 gelesen






DGI: Minimalinvasiv vorgehen zur Minderung von Narben im Weichgewebe
vom 05.07.2010
Minimalinvasive Chirurgie bietet die beste Chance, Narben im Weichgewebe um das
Implantat so klein wie möglich zu halten: Das müssen wir, und das gelingt uns
auch meist. Narben sind ein langfristiges Problem, sagte DGI-Vizepräsident Dr.
Gerhard Iglhaut im DGI-Curriculum im Modul „Weichgewebsmanagement unter
ästhetischen Gesichtspunkten“ im April in Memmingen.


Narben-Vermeidung beginne mit ausführlicher Planung: „Die detaillierte und
zielorientierte Planung ist unumgänglich, und sie ist die höchste Stufe der
synoptischen Zahnheilkunde!“ Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit zahnärztlicher
Maßnahmen führe solcherart Planung zwar zu „Kollisionen mit der
Gebührenordnung“, dennoch rechne sich der Mehraufwand: „Das holen Sie meist
durch weniger Fehlerkorrekturen gut wieder herein.“
Nach atraumatisch angelegter Planung gelte den Instrumenten ein kritischer
Blick, Dr. Iglhaut: „Ich rate zu stets scharfen 15-C-Skalpellen, deshalb ist
häufiger Klingenwechsel erforderlich! In der minimalinvasiven Chirurgie haben
stumpfe Instrumente nichts zu suchen. Sie müssen schneiden, nicht quetschen.“
Bei der Schnittführung käme es darauf an, gut durchblutete mobilisierbare Lappen
zu gewinnen und diese spannungsfrei zu vernähen. Ziel: eine möglichst winzige
Naht und keine Farbveränderungen im Gewebe rund 3 - 4 Wochen nach OP. Um einen
„schönen Rahmen um die neuen Zähne“ zu schaffen, sei stabiles Gewebe nötig –
dies müsse notfalls frühzeitig vor der Implantation aufgebaut werden, nicht
zuletzt, um ein mögliches späteres Periimplantitis-Risiko zu minimieren. Bei der
Planung zu beachten sei zudem, die notwendige Blutversorgung in der Gingiva
nicht durch falsche Schnittführung nachhaltig zu unterbrechen – die
Blutversorgung am Implantat sei ohnehin deutlich schlechter als am Zahn und
dürfe nicht gefährdet werden.
_„Nasser Waschlappen“ als einprägsames Bild_
In der Regel sei zu große Spannung auf dem Wundlappen Grund für eine
Nahtdehiszenz - solche Spannung zu vermeiden, sei also vordringliche Aufgabe der
Chirurgie. Dr. Iglhaut vermittelte den Curriculums-Teilnehmern dazu ein
einprägsames Bild: „Der Wundlappen muss wie ein nasser Waschlappen über der
Wunde liegen – dann ist das gut gearbeitet.“ Augmentate bekäme man nicht mit
„Zug auf dem Wundlappen“ dicht. Zuviel Spannung zeige sich auch an einem
unerwünschten Farbwechsel des Gewebes von Rosa zu Weiß: Nach über fünf Minuten
Anämie müsse mit Gewebeschädigungen gerechnet werden. Mitbedacht werden müsse
schon bei der Planung auch die Zugkraft der Kau- und mimischen Muskulatur in
Funktion. Narben zeigten eine schlechte Wundheilung, eine höhere
Infektanfälligkeit und ergäben ein fast nicht mehr mobilisierbares Gewebe. Im
Falle eines Risses der Naht brauche man Geduld und Ruhe – die Wunde rasch erneut
verschließen zu wollen sei falscher Aktionismus: „Das wird von mal zu mal nur
schlimmer und geht wieder auf.“ Seine Empfehlung: mindestens drei Monate warten
und lokal behandeln, bis sich die Region beruhigt habe und man erneut eine
Planung erstellen könne.
_Das richtige Nahtmaterial_
Die Wahl des richtigen Nahtmaterials sei nicht nur wesentlich für den Erfolg der
minimalinvasiven Chirurgie, sondern auch für die Infektionsprophylaxe: Wichtiger
als Preis und Knüpfverhalten des Nahtmaterials sei seine Struktur: „Geflochtene
Produkte haben einen Dochteffekt und können Keime in die Wunde ziehen“, warnte
Dr. Iglhaut. Auch die Oberfläche sei zu beachten: „Raue Oberflächen können eine
Sägewirkung ausüben und das dünne Gewebe verletzen.“ Monofilem Material sei
daher der Vorzug zu geben.
„Bei Implantaten trifft man sich oft zweimal im Leben – das zweite Mal könnte
die Periimplantitis sein“, sagte Dr. Iglhaut und untermauerte damit die
Bedeutung ausführlicher Planung zur Risikominimierung. Komplikationsmanagement
sei durch das Wachstum des Faches ein immer wichtigeres Thema in der
Implantologie und stehe daher auch im Zentrum des bevorstehenden 24.
DGI-Kongresses im November in Hamburg. Aber auch das „Patientenmanagement“
spiele eine entscheiden Rolle beim Thema Implantaterfolg, hier plädierte Dr.
Iglhaut für deutliche Entschiedenheit der Behandler: „Vier Wochen vor der OP
beginnt das strenge Rauchverbot. Wir müssen da hart bleiben: Wer nicht vom
massiven Rauchen lassen kann, dem können wir nun mal nicht alle dentalen
Probleme lösen.“



DGI





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