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Internationale DGÄZ-Jahrestagung mit Dr. John Kois: Von Risikoprofil bis Okklusion wie zuhause


Veröffentlicht am 21.02.2010 von Zahnimaster - mal 176 gelesen






Internationale DGÄZ-Jahrestagung mit Dr. John Kois: Von Risikoprofil bis Okklusion wie zuhause
vom 21.02.2010
Schon im Vorfeld hatte DGÄZ-Fortbildungsreferent Dr. Siegfried Marquardt von
seinem „Traum“ gesprochen, Dr. John KoisSeattle einmal nach Europa holen zu
können: „Er ist der Lehrer überhaupt auf dem Gebiet der restaurativen
Zahnheilkunde, und er reist nicht so oft.“ Die Einladung wurde angenommen und
die traditionelle Internationale Jahrestagung der DGÄZ im November am Tegernsee
auf den Referenten hin maßgeschneidert: „Wir hatten zwei volle Kongresstage
nichts als ‚Kois’ auf dem Programm – und jede Minute war voll mit Informationen
und Tipps, für die Dr. Kois bei seiner heimatlichen Fortbildung gut sechs Tage
ansetzt. Dabei ist er ein sehr lebendiger Referent, der einen mühelos mitnimmt
auf seinem Weg. Es war unglaublich“, resümierte Dr. Marquardt. Das Komplettpaket
nach einzelnen brauchbaren Tipps aufschlüsseln zu wollen, ist unmöglich: „Das
Faszinierende ist das Gesamtkonzept - die fundierte und ausgefeilte
Therapieplanung für die Versorgung einfacher bis hochkomplexer prothetischer
Fälle mit allen notwendigen parodontologischen, orthodontischen und
implantologischen Vorbehandlungen.“ Notwendig für solche Vorgehensweisen sind
Analysebögen, die den Behandler strukturiert durch die Befundung führen – ein
Ampelsystem ermöglicht dabei die Risikoanalyse und eine sichere Diagnose. Dr.
Kois imponierte mit einem eindrucksvollen „Risk-Assessment“: Mit einem
ausgefeilten Risiko-Bewertungsmuster sollen Misserfolge, vor allem falsche
Okklusionsprotokolle vermieden werden. Kernaussage von Dr. Kois: Eine stabile
Okklusion sichert ein stabiles Langzeitergebnis, eine falsche Okklusion senkt
die Langzeitprognose erheblich. Funktionelle Ästhetik sei für den
Behandlungserfolg maßgeblich. Dr. Marquardt: „Dieses Konzept vereint Funktion
und Ästhetik auf sinnvolle Weise, in dem ‚lediglich’ die bestehenden
Behandlungsrisiken minimiert werden.“

Risikoprofilermittlung
Hinsichtlich der Behandlungsqualität und Therapieerfolge besonders spannend war
Tag 1 des Kongresses mit dem Schwerpunkt „Risk Assessment“: Den rund 300
Teilnehmern aus sechs verschiedenen Ländern im Kongresssaal am Tegernsee
vermittelte Dr. Kois eine neue Ausrichtung in Bezug auf Diagnose und Bewertung
bzw. Einschätzung unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten im Hinblick auf deren
dauerhafte Etablierung, heißt: Haltbarkeit. Er trennte die Diagnostik und
Bewertung der Situation klar nach parodontalen, funktionellen, biomechanischen
und nicht zuletzt im Hinblick auf die Ästhetik auch dentofacialen Aspekten. Dr.
Marquardt: „Hinter jeder dieser vier Fachaspekte hat Kois gezielte, auf eigener
Erfahrung und Literatur basierende Fragen etabliert. Zu jeder dieser
Unterteilungen werden Befunde nach klaren Vorgaben erhoben. Daraus werden die
Diagnosen und das entsprechende Risikoprofil und damit die Prognose abgeleitet.“
Der funktionelle Entscheidungsprozess ist gemäß Kois immer beeinflusst durch den
Grad der Prognose: Eine von Haus aus akzeptable Funktion hat eine gute Prognose.
Finden sich dagegen beispielsweise ein eingeschränktes Kaumuster, okklusale
Dysfunktionen und oder Parafunktionen und oder gar neurologische
Erkrankungen, dann sinkt die Prognose stetig. Welche Konsequenzen das für die
jeweilige Therapieplanung hat, machte der Referent mit einfachen Beispielen
deutlich.
Tag 2 für die 3 Ps
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der 3Ps: Sie stehen für das
Therapiekonzept der Funktionsstörungen, dem Dr. Kois eine zentrale Rolle
einräumt. P1 steht für Position (Kieferposition), P2 für Place (Home wie ‚zu
Hause’, der Patient fühlt sich einer guten Occlusion optimal geborgen und
zuhause), und P3 steht für Pathway (dynamische Okklusion oder Artikulation: Wenn
der Weg nach Hause breit und frei von Hindernissen ist, kommt der Patient gerne
und sicher in seine Home-Position). Dabei lag Dr. Kois besonders am Herzen, dass
die Patienten dieses Therapiekonzept verstehen und auch selbst aktiv mit
umsetzen wollen.
Easy & simple
Der Reiz seines Konzeptes liegt in den von ihm häufig gebrauchten und auch genau
so im Auditorium angekommenen zwei Lieblingsbemerkungen: „Make it easy“ bzw.
„Keep it simple.“ Das machte es leicht, ihm über die zwei erheblich
komprimierten Tage zu folgen und sich motivieren statt abschrecken zu lassen,
wie viele Reaktionen der Teilnehmer zeigten. Dr. Stephanus SteuerSt. Gallen
beispielsweise meinte: „Herausragend! Der Blick auf Probleme wurde ganzheitlich
geöffnet. Das Ganze wird multifaktoriell erfasst und eingeschätzt, um im Detail
Erfolg zu haben. Und das alles mit klarer Führung wie in einem Kochbuch. Dies
hat eindeutig den Wunsch auf einen tieferen Einstieg in das Kois-Konzept geweckt.“

Presseinformation der DGÄZ (Deutsche Gesellschaft für ästhetische Zahnheilkunde)




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