Mit Gefühl oder mit 3D DGI-Fortbildung zu Chancen, Grenzen und wichtigen Details bei der Implantat-Planung
Veröffentlicht am 11.01.2010 von Zahnimaster - mal 482 gelesen
Mit Gefühl oder mit 3D DGI-Fortbildung zu Chancen, Grenzen und wichtigen Details bei der Implantat-Planung
vom 11.01.2010
Ein interessantes Manöver boten Prof. Dr. Bernd DHoedt und Prof. Dr. Nikolaus
Behneke zusammen mit Chirurgin PD Dr. Alexandra Behneke den Teilnehmern des
DGI-Curriculums Ende letzten Jahres an der Uni Mainz: Innerhalb eines Kurses
zeigten beide Professoren anhand von Live-OPs, wie man mit bzw. ohne 3D an die
Planung herangehen kann. Während Prof. DHoedt seine langjährige Erfahrung als
Instrument einbrachte und zu einem guten Abschluss seiner Planung kam bei
kleineren Korrekturen beim Vorgehen aufgrund der realen Situation im Mund
diskutierte Prof. Dr. Behneke mit den Kursteilnehmern Schritt für Schritt die
3D-Aufnahme seines Patienten hinsichtlich vieler zu berücksichtigender Faktoren:
Welche Platzierungsmöglichkeiten gibt es, und welche davon ist hier die beste
Lösung? Aber auch hier zeigte sich, dass bei der Live-OP von dem zuvor
gewählten Vorgehen abgegangen werden musste: An der Stelle, wo an sich ein
viertes Implantat im Unterkiefer eingeplant war, erwies sich die biologische
Situation in der Realität als nicht ausreichend genug, so wurde die geplante
Steg-Konstruktion auf 3 Stützen positioniert. Prof. Behneke: Es ist immer
abzuklären, ob das 3D-Bild mit der Klinik korrespondiert. Für die
Kursteilnehmer war dies eine wichtige Erfahrung, wie sich bei Pausengesprächen
zeigte: Noch immer lässt sich die Natur offenbar nicht hundertprozentig hinter
ihre Karten gucken, ständige Wachsamkeit und professionelle Flexibilität bei der
Implantation sind und bleiben die Basis einer qualitätsbewussten Versorgung.
Bedeutung der Mundhygiene für die Implantatplanung
Ausgiebig Zeit nutzten die drei gut aufeinander eingestimmten Dozenten für die
zahlreichen Implantologie-Neueinsteiger im Kurs mit der Vermittlung wichtiger
Grundbausteine, die bei Diagnostik und Implantatplanung zu beachten sind, hier
nicht zuletzt mit dem Blick auf die Mundhygiene. PD Dr. Alexandra Behneke
verwies auf eine Mundhygiene-Studie, die einen signifikanten Zusammenhang von
Mundhygiene-Qualität und Einfluss auf den marginalen Knochenverlust zeigte. Auch
aus diesem Grund spiele die Prüfung der Mundhygiene des Patienten eine große
Rolle. Wie aber beurteilt man das Mundhygieneverhalten bei Zahnlosigkeit?
fragte dazu Prof. Dr. Nikolaus Behneke und gab den Tipp, in solchen Fällen die
Prothese zu kontrollieren. Zu beachten sei: Wer zehn Jahre zahnlos war, hat oft
jahrelang nicht mehr Zähne geputzt das muss so ein Patient erst wieder lernen.
Und bedenken Sie auch: Im fortgeschrittenen Alter sind viele Patienten auch
manuell eingeschränkt. Nicht zuletzt bei Zahnlosigkeit, die oft zu
Veränderungen in der Kieferstellung führe, sei es wichtig, vor der
Implantatplanung die Kieferrelation, die intermaxilläre Beziehung und die
Okklusion zu prüfen und auch auf parafunktionelle Defekte zu achten: Ein
Patient verliert seinen Bruxismus nicht, wenn er zahnlos ist. Zahnlosigkeit sei
bei Befunderhebung und Planung eine große Herausforderung mit einer langen Liste
an zu erhebenden Informationen, die auch systemische Erkrankungen bzw.
Medikation berücksichtigen müsse. Der Patient in seiner Gesamtheit sei relevant
für die erfolgreiche Insertion und Einheilung. Auf einen anderen Aspekt
diesbezüglich verwies Prof. DHoedt: Ich bin ein sehr konservativer Mensch, man
könnte auch sagen: Ich bin feige. Ich lasse lieber länger einheilen als das
Unternehmen vorgibt. Das sind immer Mittelwerte, die man da erfährt, und so
etwas verunsichert mich.
Spannend wurde es dann für die mehrheitlich weiblichen jungen Teilnehmer im
Praxisteil des DGI-Curriculums: Am Schweinekiefer wurden Knochenaugmentation und
Transplantatentnahme trainiert für viele der jungen Zahnärzte eine erste
Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung die Vielfalt verschiedener Instrumente
und das richtige Vorgehen auszuprobieren. Gerade auch auf diese praktischen
Erfahrungen legen wir bei unseren Kursen im Curriculum viel Wert, sagt
DGI-Vizepräsident Dr. Gerhard Iglhaut, der als Fortbildungsreferent der DGI in
den letzten Jahren für die Weiterentwicklung des Curriculums zuständig war:
Implantologie lernt man nicht an einem Wochenende man sollte schon
ausführlich Knochen gefühlt und bearbeitet haben, ehe man sich an seinen ersten
Patienten heranwagt. Gerade Neueinsteiger können im Vorfeld nicht wirklich
beurteilen, was auf sie zukommt. Hier müssen wir unsere Kolleginnen und Kollegen
auf eine sichere Basis führen.
http:www.dgi-ev.de
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