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Karies: Das richtige Salz schützt Zähne bereits beim Essen


Veröffentlicht am 29.10.2007 von Zahnimaster - mal 323 gelesen


Karies: Das richtige Salz schützt Zähne bereits beim Essen
vom 29.10.2007
Vorbeugung mit fluoridiertem Speisesalz hat sich bewährt – Einfache, preiswer-te und breitenwirksame Gesundheitsvorsorgemaßnahme
Wenn Zwölfjährige heute im Durchschnitt nur noch 0,7 an Karies erkrankte Zähne haben, während es vor zehn Jahren noch etwa 2,5 waren, so ist dies auch auf den breiten Einsatz von fluoridiertem Speisesalz in deutschen Haus-halten zurückzuführen. In Verbindung mit anderen Fluoridanwendungen und ei-ner besseren Mundhygiene hat dieses als Jodsalz mit Fluorid erhältliche Salz in den letzten Jahren somit wesentlich zu der verbesserten Zahngesundheit vor al-lem bei Kindern in Deutschland beigetragen. Für Experten Anlass genug, die Speisesalzfluoridierung anlässlich des 2. Nationalen Präventionskongresses und 6. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung in Dresden als positi-ves Beispiel erfolgreicher Prävention besonders hervorzuheben.
Die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz bietet nach Professor Stefan Zimmer von der Universität Düsseldorf die optimale Möglichkeit, die Zähne bereits beim Es-sen, wenn die Kariesgefahr am größten ist, vor Karies zu schützen. Ausschlaggebend dafür ist vor allem der direkte Kontakt von Fluorid mit der Zahnoberfläche. Dort ent-steht nämlich Karies und genau dort kann das Spurenelement dann seine Wirkung entfalten. Der Zahn wird dadurch widerstandsfähiger gegen Säuren, die von Bakterien gebildet werden und Auslöser für das Loch im Zahn sind.
Gleichzeitig erhöht die regelmäßige Verwendung von fluoridiertem Speisesalz den Fluoridgehalt im Speichel, so dass die Zähne auch zwischen den Mahlzeiten vor Ka-ries geschützt sind. Bereits durch Säuren angegriffene und leicht entmineralisierte Zahnflächen können durch eine regelmäßige Fluoridzufuhr durch Einlagerung von Mi-neralien sogar wieder „repariert“ werden.
Wenig Aufwand und dennoch breite Wirkung
Kariesvorbeugung mit fluoridiertem Speisesalz ist aber nicht nur einfach, sondern auch preiswert. So können mit einem Euro, der im Haushalt für fluoridiertes Speise-salz ausgegeben wird, im Durchschnitt mindestens 100 Euro an Zahnbehandlungs- und Zahnersatzkosten eingespart werden, wie Zimmer weiter betont. Um einen Zahn lebenslang vor Karies zu schützen, müssen bei Verwendung von fluoridiertem Spei-sesalz nur etwa fünf Euro pro Zahn ausgegeben werden, während es bei der indivi-duellen Prophylaxe durch den Zahnarzt bis zu 700 Euro sein können.
Einen weiteren Nutzen von Jodsalz mit Fluorid sieht der Experte in der Breitenwir-kung. Denn neben Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nutzt dieses Salz auch älteren Menschen, die ihre Zähne nicht mehr so intensiv Pflegen können wie dies zu ihrer Gesunderhaltung notwendig wäre. Ebenso profitieren sozial schwache Schichten und ausländische Mitbürger von diesem Salz, wenn es regelmäßig im Haushalt ver-
wendet wird. Diese Bevölkerungsgruppen haben Studien zufolge nach wie vor die schlechtesten Zähne.
Noch größerer Nutzen durch breitere Verwendung
Fluoridiertes Speisesalz darf in Deutschland seit 1991 verwendet werden. Mit einem Marktanteil von nahezu 70 Prozent ist es bereits seit Jahren das meist gekaufte Haushaltssalz in Deutschland. Damit noch mehr Bundesbürger in den Genuss dieser Vorsorgemaßnahme kommen, fordert Zimmer bei dem Kongress den Einsatz dieses Salzes auch in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Kinder-gärten und Schulen oder in Mensen, Kantinen und Gaststätten ernähren. Durch ent-sprechende EU-Verordnungen sollten deshalb möglichst bald die Voraussetzungen für eine Ausweitung der Verwendung von fluoridiertem Speisesalz auch auf Großkü-chen undoder Bäckereien geschaffen werden.
Die längsten Erfahrungen und besten Erfolge mit der Speisesalzfluoridierung kann bislang die Schweiz nachweisen. Dort wird dieses Kombinationssalz bereits seit mehr als 50 Jahren mit großem Erfolg eingesetzt. In Verbindung mit anderen Vorsorge-maßnahmen hat es wesentlich zu dem heutigen hohen Zahngesundheitsstand der Schweizer Bevölkerung beigetragen. Auch in Ungarn, wo fluoridiertes Speisesalz im Haushalt und der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt wird, konnte bei 2- bis 6-jährigen Kindern ein Kariesrückgang von 58 Prozent ermittelt werden, der ausschließ-lich auf die Wirkung dieses Salzes zurückzuführen ist.
Jod als Zusatznutzen
Verwender von Jodsalz mit Fluorid profitieren übrigens auch von dem Jodzusatz die-ses Salzes. Jod ist für die Schilddrüse ein wichtiger Baustein zur Produktion von Schilddrüsenhormonen, die wiederum eine Vielzahl von Körperfunktionen steuern. Da in Deutschland weiterhin milder Jodmangel herrscht, wird die breite Verwendung von Jodsalz mit Fluorid auch von Schilddrüsenexperten begrüßt. – IfK –




Informationsstelle für Kariesprophylaxe
http:www.kariesvorbeugung.de



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