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Ministerin Schröder fordert Debatte über Präimplantationsdiagnostik

vom 12.07.2010

Frankfurt/Main (ddp). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) fordert eine öffentliche Debatte über die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der künstlich befruchtete Eizellen auf Krankheiten untersucht und anschließend in die Gebärmutter implantiert werden. «Wir brauchen über diese hoch sensiblen Fragen eine breite gesellschaftliche Diskussion, in der auch Widersprüche offen angesprochen werden. Für mich wäre es beispielsweise ein Widerspruch, einem Paar die Präimplantationsdiagnostik zu verbieten, Spätabtreibungen aber bis zum 9. Monat unter bestimmten Umständen zuzulassen», sagte sie der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Damit distanzierte sie sich von anderen Unions-Politikern, die die PID grundsätzlich ablehnen.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der Zeitung: Wir können doch nicht vorschreiben, dass Embryonen ohne Untersuchung mit schweren Schäden eingepflanzt werden, die dann später zu einem erlaubten Schwangerschaftsabbruch berechtigen.

Die Gefahr, dass so einer Entwicklung Vorschub geleistet werde, die auf eine behindertenfreie Gesellschaft ziele, sehe sie nicht, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Ich nehme zwar die Befürchtungen ernst, die etwa von Behindertenverbänden in diesem Zusammenhang geäußert werden. Aber ich bin mir sicher: Die Entwicklung, die da manche befürchten, wird es nicht geben und ist durch das Urteil nicht indiziert, sagte die FDP-Politikerin mit Blick auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs, das die Rechtmäßigkeit der PID festgestellt hatte.

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