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UN-Umweltminister einigen sich auf weltweites Quecksilber-Verbot

vom 20.02.2009

Frankfurt/Main/Nairobi (dpa) - In spätestens zwei Jahren soll das Schwermetall Quecksilber weltweit aus dem Verkehr gezogen sein. Darauf einigten sich nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) von Freitag die Umweltminister der Vereinten Nationen bei ihrem Treffen in Nairobi. Dem nun beschlossenen Verbot des Quecksilber-Handels waren jahrelange Verhandlungen vorausgegangen. Quecksilber ist eines der tödlichsten Gifte, die es gibt, zitiert das Blatt den Sprecher des UN-Umweltprogrammes UNEP, Nick Nuttall. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) lobte nach FAZ-Angaben das Auftreten der amerikanischen Delegation, die bisher jede Einigung verhindert hätten: Man merkt, wie schnell die Atmosphäre sich verändert hat.

Quecksilber - in Lampen, Zahnfüllungen und Messgeräten =

Hamburg (dpa) - Das giftige Schwermetall Quecksilber wird unter anderem für Neonröhren, Energiesparlampen und Amalgam-Zahnfüllungen verwendet. Auch in Fieberthermometern und anderen Messgeräten klassischer Bauart findet sich das einzige bei Raumtemperatur flüssige Metall. Die Instrumente wurden in der Vergangenheit aber zunehmend durch quecksilberfreie ersetzt.

In der Industrie dient Quecksilber etwa zur Gewinnung von Edelmetallen und der Chlorherstellung. Allerdings gibt es auch hier immer mehr Möglichkeiten ohne das umweltschädliche Schwermetall auszukommen. Wegen seiner Farbe und Beweglichkeit wurde es früher auch «lebendiges Silber» genannt - so lautet die Übersetzung des althochdeutschen «quecsilabar». Das chemische Symbol ist Hg.

Quecksilber reagiert im Körper mit lebenswichtigen Enzymen und hemmt deren Wirkung. Es kann zu Erbrechen und Durchfall führen, bei längerer Aufnahme auch zu Seh- und Gedächtnisstörungen sowie zu Halluzinationen. Gelangt die Substanz in die Umwelt, kann sie von Mikroorganismen in Verbindungen umgewandelt werden, die das Zentrale Nervensystem schädigen und schlimmstenfalls zum Tod führen. In den 1950er Jahren erkrankten in Japan tausende Menschen, weil sie quecksilberverseuchte Fische und Muscheln aus der Minamata-Bucht gegessen hatten, in die eine Chemiefirma Quecksilber-Methylat eingeleitet hatte. Zahlreiche Menschen starben.

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