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Parodontitis/Parodontalstatus: ZahnErhaltung, Funktionsfähigkeit der Zähne, Vermeidung von Zahnverlusten

Wenn es anfängt zu bluten, höre ich auf zu putzen. Was soll ich unter meiner "Brücke" denn noch pflegen? Meine Zähne stehen so eng, was soll ich da machen? Und wer macht so etwas - muss ich dafür zum Zahnarzt?

"Wie man sich bettet,

so liegt man!" Was der Volksmund dem Schläfer mit ins Bett gibt, gilt auch für ihn, den Volksmund, selbst und das sogar wörtlich. So, wie im Bett unbequeme Falten des Lakens glattgestrichen und Oberbetten sowie Kopfkissen von Zeit zu Zeit aufgeschüttelt, vor allem aber gewaschen werden müssen, bedarf auch das Zahnbett immer wieder korrigierender und pflegender Taten. Damit diese gerade, wenn das Zahnbett bereits angegriffen ist, ihr Ziel nicht verfehlen, sollten sie sorgfältig geplant und gründlich ausgeführt werden.
Dabei hilft der detaillierte Therapieplan, den die Zahnärztin, der Zahnarzt entwickelt und der neben dem parodontalen Zustand auch andere Aspekte der zahnmedizinischen Therapie erfasst. Die eigentliche Parodontaltherapie besteht aus mehreren Abschnitten, die alle dem Ziel der Erhaltung des vorhandenen Zahnhalteapparates und der Funktionsfähigkeit der Zähne sowie der Vermeidung von Zahnverlusten und, wenn möglich, der Wiederherstellung parodontalen Gewebes dienen. Beginnend mit der Initialphase, der Einleitung, in der professionelle Zahnreinigung und die Anleitung zu häuslicher Nachahmung im Mittelpunkt steht, setzen die drei Phasen der Parodontaltherapie ein. Bleibt bei der abschließenden Diagnose der Befund unbefriedigend, ist der Eintritt in die zweite, die korrektive oder chirurgische Phase unvermeidlich. Jetzt wird die Therapie detailliert besprochen und der Parodontalstatus erstellt.
Voraussetzung dafür ist neben dem Abschluss der Initialphase die erkennbare Mitwirkungsbereitschaft der Patientin, des Patienten, ohne die ein dauerhafter Erfolg der Therapie nicht zu erwarten ist. Diese Mitarbeit, fachsprachlich "Compliance" genannt, prägt auch die Erhaltungsphase, in der wie zu Beginn der Therapie in regelmäßigen Sitzungen sowohl der Zahnzustand als auch die Zahnpflegepraxis der Patienten überprüft und gegebenenfalls verbessert wird.
Der "Parodontalstatus" dient nicht nur, aber auch dem Zweck der Kostenabrechnung mit den Gesetzlichen Krankenversicherungsträgern und wird vor Beginn der chirurgischen Behandlungsphase bei der jeweiligen Kasse zur Bewilligung eingereicht. Er ist ein doppelseitiges Formular, das die personenbezogenen Informationen und die Krankenvorgeschichte der Patienten sowie die konkrete Falldiagnose enthält. Ein spezielles Zahnschema auf der Rückseite des Bogens bildet die Grundlage für die Therapie- und Kostenplanung. Ergänzt wird der Parodontalstatus durch so genannte Situationsmodelle, die alle für die Therapie bedeutsamen Strukturen sowie Wangen-, Lippen- und Zungenbändchen abbilden sollten und zur Durchführung einer systematischen Parodontalbehandlung drei Jahre lang aufbewahrt werden, sowie durch Röntgenbilder und Zahnfilme, die jeweils für mindestens zehn Jahre archiviert werden.
Ein weiteres wichtiges Diagnose- und Planungsinstrument ist die gezielte Analyse der oralen Bakterienkulturen, besonders an chronisch entzündeten Stellen des Zahnhalteapparates, etwa unter "Brücken". Bei diesem Verfahren, das etwa 60 € kostet und von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt wird, werden nur ganz bestimmte Bakterienarten gesucht, deren schädigende Wirkung bekannt ist. Sind sie in einem verdächtig hohen Maß vorhanden, wird in der Regel eine Antibiotika-Therapie zu ihrer Bekämpfung eingesetzt.
Erfolg hat jede einzelne Phase der Behandlung nur, wenn das höchstmögliche mundhygienische Niveau dauerhaft gehalten wird, daher noch einmal ein Tipp zum Putzen: Der "letzte Wisch" mit der Zahnbürste sollte stets vom Zahnfleischrand weggeführt werden. Eine erfolgreiche Initialphase kann unter günstigen Umständen korrektive chirurgische Maßnahmen unnötig machen. Dies darf aber keinesfalls zu einem Auslassen der abschließenden Erhaltungsphase führen, da einmal zerstörtes Gewebe sich in der Regel nicht regeneriert und wenigstens eine Verschlimmerung des Zustandes dauerhaft vermieden werden soll. Wie die zahnärztlichen Therapieschritte im Einzelnen aussehen, wird der Workshop im nächsten Teil zeigen.

V.i.S.d.P.: M.I.O.D. KG

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