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Was versteht man unter Parodontose bzw. Parodontitis?

12 Zahnärzte haben diese Frage beantwortet.

Dr. Andreas Zorn: Als Parodontitis – im Volksmund fälschlicherweise als Parodontose bezeichnet – wird die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates bezeichnet, Durch Zahnstein-Bakterienplaque und seine Entzündungsprodukte ausgelöste Zahnfleischentzündung mit Knochenrückbildung

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19.12.2011

Wolfdietrich Völker: Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die in den meisten Fällen schmerzfrei verläuft. Die Erkrankung kann im Munde in unterschiedlichen Schweregraden vorliegen. Sie entwickelt sich in unterschiedlicher Schnelligkeit. Ende der Erkrankung ist die Lockerung des Zahnes oder mehrer Zähne, weil sich im Zuge der Entzündung der Knochen abgebaut hat. In vielen Fällen von "aussen" am Zahnfleisch nicht zu erkennen, deshalb sind ständige Kontrollen vom Zahnarzt notwendig.

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31.10.2012

Dr. Volker Ludwig & Kollegen: Abbau des Zahnhalteapparates, also Knochen- und Zahnfleischschwund

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28.11.2012

Dr. Wolfgang Riedling - Zahnarzt und Zahntechniker: Parodontitisversteht man eine bakterielle Erkrankung des Zahhalteapparates, d.h. aller Struturen, die für den Halt des Zahnes im Mund verantwortlich sind. Also Knochen, Desmodontalfasern, Wurzelzement und Zahnfleisch. Gruß

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20.12.2012

Christian H.W. Marklstorfer: Parodontitis - es geht um viel mehr als um Zähne. Diese Infektionskrankheit ein Risikofaktor für eine Vielzahl allgemeinmedizinischer Erkrankungen. So gilt ein Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und erhöhtem Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt), Diabetes mellitus, Schlaganfall und rheumatischen Erkrankungen etc. als wissenschaftlich gesichert. Untersuchungen haben gezeigt, das statistisch gesehen deutlich mehr Zähne durch Parodontitis, also einer chronischen, stummen und schleichenden Entzündung des Zahnhalteapparates, verloren gehen als durch Karies. Wir wissen heute, dass in den westlichen Industrienationen mehr als die Hälfte aller über 35-Jährigen sowie beinahe jeder über 60-Jährige an
 an zumindest einer beginnenden Parodontitis leidet. Die vierte Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer hat im Jahre 2005 gezeigt, dass unter den Erwachsenen mittleren Alters (35–44 Jahre) in etwa jeder Fünfte, nämlich 20,5 Prozent, an einer schweren Form der Parodontitis leidet; bei den Senioren ist dieser Anteil in etwa verdoppelt, denn unter den 65–74-Jährigen sind 39,8 Prozent von einer schweren Ausprägung der Erkrankung des Zahnhalteapparates betroffen. Dabei handelt es sich um eine bakteriellen Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt immer zu Zahnverlust führt. Verunreinigte Zähne, meist durch falsche oder unvollständige Zahnhygiene, sind die Auslöser der Erkrankung. Durch eine Überwucherung mit einer unspezifisch aggressiven Bakterienflora, welche als bakterielle Plaque Zähnen und Zahnfleisch zäh anhaftet und oftmals durch Mineralisierung auch als Zahnstein fest zementiert ist, kommt es zunächst zu einer mehr oder wenig stark ausgeprägten Zahnfleischentzündung (Gingivitis); oftmals bleibt die Gingivitis später, zusammen mit der sich als Zweiterkrankung entwickelnden Parodontitis, über den gesamten Zeitraum der Erkrankung bestehen. Zahnfleischbluten und Schmerzen beim Zähneputzen sind erste Alarmsignale für eine Zahnfleischentzündung. Die weitaus gefährlichere Parodontitis allerdings verläuft meistens völlig stumm. Die Entzündung ist trügerisch stumm und schreitet unbehandelt kontinuierlich fort. In der subgingivalen Plaque (Bakterien in den Zahnfleischtaschen) wurden über 800 Bakterienarten nachgewiesen. Im weiteren Krankheitsverlauf werden die Zähne sukzessive aus dem Kiefer herausgelöst, weisen einen gewissen Lockerungsgrad auf und sind manchmal aufbißempfindlich. Dabei verbreitert sich der Spaltraum zwischen Zähnen und Zahnbett und wird zunehmend tiefer (Taschenbildung). Schnell sind die entstandenen Taschen aufgrund ihrer Tiefe der täglichen Mundhygiene nicht mehr zugängig. Es entstehen Lebensräume für immer gefährlichere und aggressivere Bakterienspecies wie gramnegative Erreger (Porphyromonas gingivalis, Bacteroides forsythus, Prevotella intermedia, Actinobacillus actinomycetemcomitans), grampositive Erreger (Streptococcus sanguis, Peptostreptococcus micros) und Spirochäten. Hinzu kommt, dass das Zähnbürsten, aufgrund fortbestehen (Gingivitis) von Zahnfleischbluten und Schmerzen, zunehmend vermieden wird. Bei der Parodontitis werden Zahnfleisch, Faserapparat, die Wurzelhartsubstanz und sogar der Kieferknochen durch einen chronischen, schubweise verlaufenden, jedoch bisweilen auch eitrigen Prozess zerstört. Die Tatsache, dass diese Infektion gefährlicher und aggressiver Bakterien selbst vor dem Kieferknochen nicht Halt macht zeigt uns, dass es sich bei dem Prozess nicht allein um eine Zahnerkrankung handelt sondern, dass das Geschehen sehr bald systemisch wird und den gesamten Organismus betrifft. Eine rechtzeitig und richtig durchgeführt Parodontalbehandlung ist für Ihre Gesundheit in jedem Fall ein voller Erfolg.

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01.05.2013

Dr. Henning Potten: Jegliche Form von Ablagerungen an den Zähnen irritieren das Zahnfleisch und die umliegenden Gewebe. Durch ständige -auch nur leichte- Entzündungen wird der dünne Knochen um den Zahn herum abgebaut. Die einzige Möglichkeit, diesem Prozeß einhalt zu gebieten ist die konsequente Reinigung und Beseitigung aller Ablagerungen, sowie das Eindämmen der Entzündungen.

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21.02.2013

zahnmedizinischesZentrum Köln: Bedingt durch natürliche, im Mund existierende Bakterien sowie durch den Genuss von Nahrungsmitteln entsteht Zahnbelag auf der Zahnoberfläche (sog. „Plaque“). Diese Beläge können im Laufe der Zeit verhärten - es entsteht Zahnstein. Je nach Menge und Lokalisation entsteht dann eine Zahnfleischentzündung, die sogenannte „Gingivitis“. Es kommt so zu schmerzhaften Rötungen, Zahnfleischschwellungen und Zahnfleischbluten. Schreitet diese Krankheit weiter fort, etabliert sich das Erscheinungsbild einer Parodontitis. Die Zahnfleischtaschen vertiefen sich, das knöcherne Knochenfach um die Zähne herum bildet sich zurück, die Zähne erscheinen länger und unästhetisch und die Zahnwurzel verliert an Halt. Mehr infos auf: www.prophylaxezetrum.de

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30.07.2013

Dr. Anja Bless-Sievers: Parodontitis ist eine Entzündung des Zahbettes, aufgrund dessen der Knochen schwindet, und das daraufliegende Zahnfleisch folgt. Es entstehen Zahnfleischtaschen mit der Folge der Zahnlockerung.

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10.10.2013

Dr.Karin Findeisen & Dr. Lutz Götze: Parodontose bzw. Parodontitis ist die entzündliche Veränderung des Kieferknochens mit Auflösung / Abbau des Kieferknochens / Zahnhalteapparates, die zu Lockerung der Zähne bis hin zum Zahnverlust führen kann.

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28.10.2013

Dr. med. dent. Holger Meifels: Darunter versteht man eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, betroffen ist das Zahnfleisch aber auch der Kieferknochen, je nachdem wie schwer die Erkrankung fortgeschritten ist.

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08.12.2013

Dr.med.dent.Marius Muresan: Die Parodontitis (Volksmündlich Parodontose) wird wie Gingivitis durch bakterielle Plaque (Zahnbelag) ausgelöst, einen zäh anhaftenden Biofilm. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der bei der Parodontitis vorhandene, röntgenologisch nachweisbare Knochenabbau, während die vertieften Zahnfleischtaschen bei der Gingivitis durch die entzündliche Schwellung der Gingiva zustande kommen. Eine langandauernde Gingivitis (Zahnfleischentzündung) kann auf den Kieferknochen, die Wurzelhaut und das Zement übergreifen. Der Übergang ist jedoch nicht zwangsläufig, gerade bei Kindern und Jugendlichen kann eine Gingivitis über Monate und Jahre bestehen, ohne auf andere Strukturen überzugreifen. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Sowohl bei der Gingivitis als auch bei der Parodontitis werden aus dem Biofilm bakterielle Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freigesetzt, die Abwehrreaktionen des Körpers auslösen. Die Hauptrolle bei der Gewebszerstörung selbst spielt das eigene Immunsystem, das versucht, die Bakterien zu beseitigen. Diese Immunantwort besteht aus einer vielfältigen Abfolge von Reaktionen und Aktionen, bei der verschiedene Entzündungsstoffe und –zellen beteiligt sind. Unter anderem werden Enzyme gebildet, die die Bakterien zerstören sollen, jedoch auch zu einer Zerstörung von Eigengewebe führen. Das führt letztlich zum Verlust von Bindegewebe und Knochen. Das Ergebnis der Reaktion auf die Bakterien sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung, Zurückgehen des Zahnfleischs und schließlich Lockerung und Verlust der Zähne. Von den etwa 500 verschiedenen Bakterienspezies, die in der Mundhöhle vorkommen können, sind nur wenige parodontalpathogen (krankheitserregend im Sinne einer Parodontitis). Diese werden auch als Hauptleitkeime bezeichnet und bilden sogenannte Cluster (Haufen), welche in ihrer Vergesellschaftung spezifisch sind. Sie sind obligat (immer) oder fakultativ (nach Bedarf) anaerobe, gramnegative, schwarzpigmentierte Bakterienarten.

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15.10.2014

PD Dr. José Gonzales: Die Zahnfleischentzündung entsteht durch eine Ablagerung von aggressiven Bakterien in den Zahnfleischtaschen. Diese entzünden sich und das Zahnfleisch bzw. der Knochen um die Zähne entzünden sich und werden langsam aber gezielt zerstört.

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31.12.2014

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