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Tabak und Alkohol - gefährliches Duo für Mundhöhle

Tumorerkrankungen der Mundschleimhaut nehmen besonders bei jüngeren Menschen zu Krebs ist eine der gefürchtetsten Erkrankungen. Dennoch kann jeder selbst viel zur Früherkennung tun. Tumorerkrankungen der Mundhöhle und des Rachens stehen weltweit an sechster Stelle der häufigsten Krebsarten. Mehr als 90 Prozent davon sind so genannte Plattenepithelkarzinome, also Tumoren, deren Ursprungsgewebe die Haut bzw. Schleimhaut ist. Insgesamt sei vor allem eine Zunahme bei jüngeren Menschen (unter 50 Jahre) zu verzeichnen, informiert Prof. Karli Döring, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Ästhetische und wiederherstellende Chirugie am Klinikum Chemnitz. Das Auftreten dieser bösartigen Erkrankungen insbesondere der Lippen, der Zunge, des Mundbodens, der Wangenschleimhaut, des Zahnfleisches und des Gaumens steht in direkter Beziehung zum Tabak- und Alkoholkonsum. Tabak und Alkohol gemeinsam konsumiert, haben einen addierenden bzw. potenzierenden Effekt. Das heißt, ein gleichzeitiger Kontakt der Mundschleimhaut mit Alkohol und Tabak erhöht das Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, um das 15-Fache.

Männer erkranken zwei- bis dreimal häufiger als Frauen. Eine schlechte Mundhygiene und Ernährungsdefizite in Form von Vitamin A- und Vitamin C-Mangel sind ebenso begünstigende Faktoren wie chronische Verletzungen und Veränderungen der Mundschleimhaut durch schlecht sitzende Prothesen (dauerhafte Druckstellen) oder scharfe Zahnkanten bei abgebrochenen oder kariös zerstörten Zähnen. Der berufliche Kontakt mit bestimmten krebsauslösenden chemischen Verbindungen wie Asbest oder aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen u. ä. treten eher in den Hintergrund, so Prof. Döring. Füllungen, Prothesen und andere durch den Zahnarzt eingebrachte Fremdstoffe hätten ebenso keine nachweislich krebserzeugende Wirkung.

Als potenzielle Vorstufe einer Krebserkrankung der Mundschleimhaut nennt der Chefarzt die so genannte Leukoplakie - eine weißliche, fleckige Schleimhautveränderung, die an verschiedenen Stellen des Mundes auftreten kann, nicht wegwischbar ist und nur selten Schmerzen oder andere Beschwerden verursacht. Solche Leukoplakien sollten medikamentös oder chirurgisch behandelt werden, zumindest aber in engen Zeitabständen ärztlich bzw. zahnärztlich kontrolliert werden, denn bei einem Fünftel der Betroffenen entarten solche Veränderungen in ein Karzinom.

Neben der regelmäßigen Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt, der meist auch die Mundschleimhaut mit betrachtet, ist eine Vorbeugung nur in eingeschränktem Maße möglich. Der Verzicht aufs Rauchen und auf den Genuss hochprozentiger Getränke ist eine solche wichtige Maßnahme. Schlecht sitzender Zahnersatz sollte korrigiert oder neu gefertigt werden. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und gute Mundhygiene dienen der Krebsprophylaxe, sollten aber ohnehin selbstverständlich sein.

Erstes Anzeichen einer Tumorerkrankung im Mund kann auch eine oftmals kleine, nicht abheilende, immer wieder blutende Schleimhautwunde sein, meist verbunden mit Schwellung und Schmerzen. Auch eine nicht abheilende Wunde nach Zahnentfernung oder eine trotz mehrfacher Korrektur nicht mehr passende Prothese können als Erstsymptom in Frage kommen. Bei Befall der Zunge kommt es häufig zu einer kloßigen Sprache und bei weiterem Tumorwachstum zu Schluckbeschwerden und vermehrtem Speichelfluss.

Einer ärztlichen Abklärung bedürfen ferner die Einschränkung der Mundöffnung (Kieferklemme), Mundgeruch durch Bakterienbefall und Entzündungen und eine Sensibilitätsstörung, z. B. der Unterlippe. Einseitiger Tränenfluss und wiederkehrend einseitiges Nasenbluten können auf einen Tumor hindeuten, doch auch viele andere Ursachen haben.

Zusätzliche Schwellungen am Hals können durch einen Mitbefall der Halslymphknoten verursacht sein. Solche Tumorabsiedlungen in die regionalen Lymphknoten treten im weiteren Verlauf bei etwa der Hälfte der Patienten auf. Fernabsiedlungen von Tumorzellen in andere Organe (meist Lunge, Leber und Knochen) kommen bei rund zehn Prozent der Patienten vor.

Die Diagnose oder den Verdacht auf eine Krebserkrankung im Mund-Kiefer-Bereich wird in den meisten Fällen vom Zahnarzt gestellt. Dieser veranlasst die umgehende Vorstellung beim Facharzt bzw. in der Fachklinik zur weiteren Diagnotik und Therapie. Dort wird nach der klinischen und der Röntgenuntersuchung die feingewebliche Untersuchung des Tumors vorgenommen. Hierzu ist es notwendig, eine kleine Probe aus dem tumorverdächtigen Areal, meist in örtlicher Betäubung, zu entnehmen und mikroskopisch (pathohistologisch) zu untersuchen. Erst danach ist die Diagnose Mundkrebs sicher.

Die weitere Diagnostik umfasst Computertomografie (CT), Ultraschalluntersuchung, Magnetresonanztomografie (MRT), Knochenstoffwechseluntersuchung und Laboruntersuchungen. Nach Abschluss dieser gesamten Diagnostik kann der Tumor klassifiziert werden. Dazu wird seine Größe bestimmt und geprüft, inwieweit angrenzendes Gewebe, regionale Halslymphknoten oder andere Organe mitbetroffen sind. "Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen", macht Prof. Döring deutlich. Das haben alle Krebserkrankungen gemeinsam. Bei der Therapie arbeiten Radioonkologen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen zusammen.
freiepresse.de

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